• Magdalena Höcherl

Neuer Verein „Help4Helpers“: Freisinger druckt Schutzschilde für Bayerns Klinikpersonal

3D-Drucker erweisen sich in der Corona-Krise als äußerst nützlich: Der Freisinger Nikola Djordjevic druckt Schutzschilde für Bayerns Klinikpersonal. Jeder, der möchte, kann seinen Verein „Help4Helpers“ unterstützen.


(v.l.n.r.: Aleksandar Naum und Srdjan Matejevic vom Bayerisch-serbisches akademisches Forum e.V., Nikola Djordjevic von Help4Helpers - Hilfe für Helfer, Nebojsa Todorovic vom Klinikum rechts der Isar (Fotoquelle: Facebook - Help4Helpers)


Freising – 3D-Drucker werden oft als Spielzeug für Technik-Fans belächelt, doch in Zeiten von Corona leisten sie wertvolle Arbeit. Zusammen mit zwei Arbeitskollegen druckt der Freisinger Nikola Djordjevic regelmäßig Schutzschilde für Krankenhäuser in Bayern. Um künftig noch besser dort helfen zu können, wo Bedarf besteht, hat der 27-Jährige jetzt den Verein „Help4Helpers“ (Hilfe für Helfer) gegründet.


Enge Zusammenarbeit mit den Trägern

Djordjevic aus Freising, Benjamin Zöttl aus Augsburg und Artur Winter aus Erfurt sind für einen Münchner IT-Dienstleister tätig – momentan von daheim. Über Freunde, die im Krankenhaus arbeiten, berichtete Winter seinen Kollegen vor etwa drei Wochen davon, dass im Augsburger Klinikum – wie in so vielen medizinischen Einrichtungen – Schutzmasken und Schilde Mangelware seien. „Benjamin wusste, dass Artur und ich 3D-Drucker haben“, erzählt Djordjevic. Die Männer fackelten nicht lange: Sie erstellten Pläne, besorgten sich PET-Plastik und legten los – in ein paar Tagen waren die ersten Schilde fertig. Von Anfang an habe man eng mit den Trägern zusammengearbeitet, Feedback eingeholt und das Design optimiert.

„Binnen drei Wochen ist das Kernteam auf 13 Leute gewachsen. Dazu kommen 30 Freiwillige, vor allem Studenten der Uni Augsburg“, sagt Djordjevic. „Sie haben Zeit und Wissen und dürfen die Uni-Werkstätten benutzen.“ Praktisch sei, dass jeder unterschiedliche Kompetenzen einbringe, die sich ergänzten.


"Es ist viel Arbeit, macht aber richtig Spaß"

Djordjevic und sein Team arbeiten mittlerweile an zehn Druckern – freilich nicht zusammen, sondern jeder für sich. Der Austausch findet digital statt. „Wir haben schon über 500 Bestellungen, die alle als Spende abgegeben werden.“ Zu den Abnehmern der wiederverwendbaren, desinfizierbaren Schilde gehören etwa die Kliniken in Freising und Augsburg sowie rechts der Isar in München. „Es ist zwar viel Arbeit, macht aber richtig Spaß. Schön zu sehen, wie schnell man viel erreichen kann“, resümiert der 27-Jährige.

Damit die engagierten jungen Leute die Produktion nicht länger aus eigener Tasche finanzieren müssen, sondern Spenden entgegennehmen können, wurde nun der Verein Help4Helpers gegründet. Die Freisinger Bank hat das Projekt als erstes Unternehmen mit 1000 Euro unterstützt. Jetzt hofft das Team auf Nachahmer. „Wir selber wollen nichts dafür, außer vielleicht ein Danke“, betont Djordjevic.


"Wir wollen eine Anlaufstelle sein"

Die Idee der drei Männer ist nicht ganz neu. „Wir wussten, dass es schon eine Bewegung für Krankenhäuser gibt“, sagt Djordjevic. Wie berichtet, fertigten etwa kürzlich zwei Lehrer des Staatlichen Berufsschulzentrums mit 3D-Druckern Schutzschilde für die Corona-Teststation in Zolling an. Um verschiedene Helfer zu vernetzen, bauen Djordjevic und seine Kollegen, die bereits mit dem Freisinger Verein Fablab zusammenarbeiten, gerade die Seite www.help4helpers.org auf. „Wir wollen eine Anlaufstelle sein für Menschen, die helfen wollen, aber vielleicht noch nicht wissen wie.“

Momentan arbeitet das Team am Ausbau der Produktion. „Logistik, Qualitätskontrolle, Lager: Es gibt noch viele Herausforderungen.“ Djordjevic, der serbische Wurzeln hat, kann sich vorstellen, Schilde, wenn benötigt, auch ins Ausland zu liefern. In jedem Fall soll der Verein nach der Corona-Krise weiter bestehen – zum Austausch für Menschen, die sich engagieren wollen.


Infos und Spendenkonto

Spendenkampagne https://www.betterplace.me/help4helpers

Infos zum Verein unter www.help4helpers.org,

Spendenkonto: Freisinger Bank, IBAN: DE85 7016 9614 0000 5002 16


Originalartikel von Merkur.de

Link zum Originalartikel: https://www.merkur.de/lokales/freising/freising-ort28692/freising-corona-help4helpers-nikola-djordjevic-druckt-schutzschilde-fuer-bayerns-klinikpersonal-13684437.html (Zugriff: 29.04.2020)

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08161 – 53879-0 (Caritas Freising)

cz-freising@caritasmuenchen.de

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täglich, zwischen 12-16 Uhr

08161 5498811 (Blaue Wunder 112)

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