Corona und die Angst, die es in uns auslöst

Aktualisiert: Apr 2

Die größte Gefahr des Virus Covid19 geht wohl von der Angst aus, die es in uns auslöst und von der Einsamkeit in der wir sie meinen ertragen zu müssen. Angst war schon immer ein schlechter Ratgeber und führt unweigerlich zu irrationalem Handeln. Auch in mir konnte ich diese Angst spüren, nachdem ich gebannt den Verlauf der Fallzahlen beobachtete, am Rechner hochrechnete und mit den Kapazitäten unserer Krankenhäuser verglich. Parallel erreichten uns Horrornachrichten aus Italien wie sie uns dieser Tage auch aus Frankreich erreichten. Schließlich gab es auch in unserem Landkreis schon die ersten sporadisch auftretenden Fälle und gerade unser Landkreis Stand auf Platz 2. Platz 2, das musste doch gefährlich sein! In echt sind die absoluten Zahlen und damit die Gefahr schon infiziert zu sein gar nicht so hoch und die Mehrheit von uns dürfte sich noch immer bester Gesundheit erfreuen.

Was dann geschah waren die Szenen, die wohl als Hamsterkäufe in die Geschichte eingehen werden. Alle rannten in den Supermarkt und steckten sich weiter gegenseitig an. Zum Glück wurde im letzten Moment die Ausgangsbeschränkung eingeführt, nachdem zuvor Schrittweise schon Schulen und Kitas geschlossen worden waren und wir alle haben etwas Zeit bekommen, um uns mit dem Thema zu beschäftigen unseren Kenntnisstand zum Infektionsschutz zu synchronisieren und uns in den Alltag mit der sozialen Distanzierung einzugewöhnen (physikalische Distanzierung wäre wohl der bessere Begriff, um keine Überreaktion in der Beschränkung der sozialen Kontakte hervorzurufen), was wohl bei den meisten wieder eine Welle der existenziellen Angst auslösen dürfte, denn die Bedrohung ist an sich real und wird paradoxer Weise, je erfolgreicher wir sind, es auch für lange Zeit bleiben. Die Gefahr ist aber ins Verhältnis zu setzen zu der Wahrscheinlichkeit einer echten großen Lebensgefahr. Es ist zu erwarten, dass die Krankenhauskapazitäten dieser Tage an ihre Grenzen geraten, allerdings passiert das auf Grund unseres Verhaltens von vor 14 Tagen und nicht, weil all das isolierte Ausharren zu Hause und Abstand halten nichts gebracht hätte. Gefährlich wäre es wenn man jetzt sein Vertrauen verliert und plötzlich seinem Job aus Angst vor einer Infektion nicht mehr nachgehen könnte und unverhältnismäßig viele Arbeitgeber auf Produktivität verzichten müssten. Mieten und Steuern müssen gezahlt werden, damit diese Angst nicht an anderer systemrelevanter Stelle zur Überlastung führt. Es ist ein Balanceakt. Wir alle merken dieser Tage wie sehr wir von einander abhängen und dürfen das Vertrauen in unsere Mitmenschen nicht verlieren, auch wenn wir sie kaum sehen oder treffen können. Die einen können diese Gedanken verdrängen, die andere steigern sich in ihre Angst hinen und ich für meinen Fall, habe Tag und Nacht damit verbracht, mit dieser Seite endlich rechtzeitig vor der nächsten "Welle des Todes" fertig zu werden. Dabei habe ich vergessen darauf zu vertrauen, dass die Menschen links und rechts von mir ebenfalls aktiv werden würden und dass sie vielleicht Tipps und Ideen gehabt hätten, die mir in dieser Zeit hätten helfen können. Außerdem habe ich vergessen auf mich selbst zu achten, eine weitere große Gefahr, wenn wir uns von dieser Angst leiten lassen. Denn wenn wir selbst mehr Hilfe brauchen als wir geben können, brechen wir als Stütze für andere weg.


Was mir bei meiner Angst bislang hilft:

- meine Frau

- die Arbeit an diesem Netzwerk und die Feststellung, dass im Hintergrund der Staat alle Kräfte mobilisiert, um uns die Zeit zu geben, mit unserer Angst fertig zu werden

- Bewegung an der frischen Luft (davon haben wir zur Zeit so viel wie nie)

- das Nähen eines behelfsmäßigen Mundschutzes, um andere zu schützen und ihnen ein gutes Gefühl zu vermitteln (Anleitung im Downloadbereich)

- Telefonieren mit Angehörigen

- Bachblütendragees

- Hopfentee

- die Achtsamkeitsapp 7Mind, https://www.7mind.de/achtsamkeit-per-app?utm_source=aw&utm_medium=nu&utm_campaign=dsa&utm_term=AG060&gclid=EAIaIQobChMInqyx-M636AIVkoeyCh0OrwzdEAAYASAAEgLjLvD_BwE - ich stehe noch am Anfang, aber es wird helfen. (Update 31.04.2020: Für BARMER Kunden ab sofort kostenlos)

- ich trage ein Gummiband um das Handgelenk. Wenn sich meine Gedanken im Kreis zu drehen drohen und mir das auffällt, schnippe ich leicht daran, so dass die Gedanken mit einerm negativen Reiz verbunden werden und ich wieder in die Realität zurückkomme.

- Zusätzlich habe ich mich in der Apotheke nach Beruhigungsmitteln erkundigt und meine Unruhesymptome beschrieben. Ich gebe hier keinen Tipp für ein spezielles Mittel, denn das ist für jeden sehr individuell und manch einer sollte vielleicht doch lieber gleich einen Arzt aufsuchen.

- ein geregelter Tagesplan und das Nachgehen meiner Arbeit, die sich jetzt etwas mehr auf eine online-Gestaltung ausrichte und bei der ich kontaktarme Strukturen aufbauen und stärken kann.


Was ich jetzt meide:

- Drogen oder Alkohol

- Die neueseten Nachrichten zur Corona-Krise


Wer neben der Verantwortung für sich und einen Partner auch noch Verantwortung für eine Familie trägt, kann sich hier die Tipps des Deutschen Angst-Hilfe e.V. anschauen. Auch hier gilt es möglichst eine geregelte Tagesstruktur beizubehalten. Das Homeoffice außerhalb der eigenen vier Wände zu verlegen kann dabei schon gut helfen. Frage doch einfach beim Hotel um die Ecke nach. In Bayern dürfen diese noch geschäftsreisende Besucher empfangen.


Du hast Angst? Dann nimm Hilfe an, melde dich doch einfach auf ein Gespräch bei der Caritas Freising oder noch besser bei deinen Freunden, Nachbarn oder Großeltern.

Du hast Angst, dass trotzdem noch alles schief gehen könnte, hast aber nach reiflicher Überlegung die Kraft anderen zu helfen, denen es vielleicht noch schlechter geht als dir? Dann trage dich heute als Helfer in das unten stehende Formular ein, um für andere da zu sein, wenn sie Hilfe brauchen. Das beruhigt sicher dein Gewissen, denn anderen geht es genauso wie dir und wir werden füreinander einstehen.

#weilwirnachbarnsind

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Für allgemein Betroffene:

Mo-Fr, 08:30-12:30

08161 – 53879-0 (Caritas Freising)

cz-freising@caritasmuenchen.de

oder

täglich, zwischen 12-16 Uhr

08161 5498811 (Blaue Wunder 112)

eine Initiative der Feuerwehr,

des THWs und des BRKs)

hilfe@blauewunder112.de

 

 

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